Sonntag, 10. Oktober 2010

Frauen und Kompromisslösungen

Nachdem ich mich letztes Mal mit dem Thema Mann beschäftigt habe, sollte ich fairerweise doch auch das weibliche Geschlecht typisieren. Ich werde es aber etwas allgemeiner halten, denn Männer kommen und gehen – Freundinnen bleiben für gewöhnlich mindestens ein paar Jahre länger.

Ich habe 2 sehr gute Freundinnen. 
Die eine wohnt zwei Kilometer entfernt und erträgt alles (und das ist wirklich nicht beneidenswert). Jedoch erhält sie dafür im Gegenzug unqualifizierte Bemerkungen über ihre neue Liebschaft mit L im Vornamen (hat sich mal wieder bewahrheitet) und natürlich opfere ich mich selbstlos für die anschließende „ich muss heute wirklich was total ungesundes Essen“-Session. Passt mir natürlich auch ganz gut. Wir verstehen uns einfach und schließen eine Stunde später noch den Pakt „aber ab morgen ziehen wir Sport und gesunde Ernährung voll durch“.

Die andere wohnt ein wenig weiter weg. Wir sehen uns vielleicht alle 2 Monate mal, telefonieren dafür aber pro Woche 1-5 Mal. 1 x wenn alles läuft und jeder irgendwie leicht verliebt durch die Gegend läuft (mein Singlesein schließt Verliebtheit ja nun nicht kategorisch aus). 5 x wenn gar nix läuft und jeder von uns in Selbstmitleid versinkt. Da ist es natürlich prima, wenn zwischen Mr. Big und dem anderen Mr. Big nicht vorhandene Parallelen gezogen werden können. Man legt es sich dann eben gern so hin, wie es passt.
Diese beiden Menschen sind mir mit das Liebste auf der Welt.

Nun zum Rest der weiblichen Grazie. Warum finde ich durchgehend vergebene Frauen Mitleidserregender als chronische Singles?

Böse Zungen mögen jetzt behaupten, weil ICH ständig Single bin. Nein, daran liegt es nun wirklich nicht. Ich glaube eher, dass diese Frauen mich so geprägt haben, dass ich gar nicht mehr an eine feste Beziehung vor 30 denke. Ich benutze bewusst das Wort „feste Beziehung“, denn das ich Single bin, heißt auch nicht, dass ich jede Woche einen neuen Mann flachlege (wie das unsere männlichen Kollegen gerne tun). 

Ich gebe mal ein ganz einfaches Beispiel. Nennen wir sie Katja und ihn Horst (Namen sind der Redaktion bekannt und wurden aus Datenschutzgründen geändert):
Katja ist 16 als sie Horst kennenlernt. Katja, jung, hübsch und eigentlich ganz clever, beginnt mit 17 eine Ausbildung bei der Bank - grundsolide also. Katja und Horst lernen sich auf dem Rummel kennen in ihrer Kleinstadt. Horst ist natürlich DER Held schlechthin. Fährt einen tiefer gelegten 3er Golf, hat coole Freunde und sein Papi hat eine Tischlerei. Soweit so gut. Katja und Horst in Love für die nächsten 3 Jahre. Dann hat Horst endlich auch sein Abi in der Tasche und möchte nun studieren. Katja hat ausgelernt und folgt Horst bei Fuß. Horst und Katja also zusammen in die nächste Kleinstadt. Sie wohnen zusammen, sie gehen zusammen los, sie sind unzertrennlich. K+H in Love 4 Ever (Dass das bei Sarah und Marc schon nicht funktioniert hat, wissen wir alle).
Das geht jetzt also mindestens 4-6 Jahre so weiter. Beide sind dann Anfang-Mitte 20 und haben sich weder ausgetobt, noch irgendwas anderes tolles alleine erlebt. Jetzt gibt es 3 mögliche Szenarien:

Möglichkeit  1: Horst und Katja heiraten. Lassen sich dann aber mit spätestens mit Ende 30 scheiden, weil einer den anderen betrogen hat.

Möglichkeit 2: Horst macht ein Auslandssemester und Katja bleibt zuhause. Dort ist Horst endlich mal alleine ohne das Katja ständig um ihn herumschwirrt. Ihm wird bewusst, dass er Katja nicht mehr liebt und trennt sich von ihr, nachdem er wieder zurück ist.

Möglichkeit 3: Katja geht ins Ausland und verlässt Horst.

Katja ist bei Möglichkeit 1 also die chronisch gelangweilte beste Freundin von der  betrunkenen  „I will survive“ Sängerin aus meinem 1. Post. Arme Katja!

Ich empfinde fast schon Mitleid. Denn sie wissen gar nicht was sie im Leben alles verpassen. Das merken sie dann mit Ende 30 und begeben sich in Ü-30 Bereiche in Discotheken, wo sie dann zu Wolfgang Petry mit dem junggebliebenem Mitte 50-Jährigen Uwe tanzen. Uwe wohnt im besten Fall zwar nicht mehr bei Mutti, hat aber sein Haus auf dem Nachbargrundstück gebaut. Uwe durfte also noch nicht einmal mehr bei ‚Schwiegertochter gesucht‘ mitmachen und wurde bei  ‚Bauer sucht Frau‘ wegen zu kleinem Viehbestand aussortiert.
Wenn Katja jetzt also nicht mehr die Kurve kriegt, darf sie ihr Leben lang mit Uwe Mittags bei Mutti zum Essen vorbeischauen.
Kriegt Katja die Kurve schaut’s auch nicht viel besser aus. Im besten Fall lernt Katja noch einen Mann kennen und die Dinge nehmen ihren Lauf. Im schlechtesten bleibt sie Single, weil sie von der Ehe mit Horst so enttäuscht ist, dass sie nur noch mit ihren 4 Katzen glücklich werden kann.

Nein danke, da bleibe ich lieber noch ein bissel Single und freue mich über neue herzliche Bekanntschaften, endlose Telefonate 1-5 x die Woche und wiederkehrende Schoko-Orgien wegen Männern mit L im Vornamen.

Die L-Theorie und warum tolle Männer nie Opel Corsa fahren, erläutere ich euch dann beim nächsten Mal.

Un besito,
Eure Lotta




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