Dienstag, 8. Januar 2013

Mr. Thinks-He's-Right and all his Friends

ist es tatsächlich so, dass beinahe alle Männer zur Gigantomanie neigen?

Das geht von ganz einfachen Dingen (hier liegen 2 m Schnee) bis hin zu „ich bleibe jetzt mindestens ein Jahr in New York“ (huch, zwischen 12 Monaten und 12 Wochen scheint es keinen Unterschied zu geben) über „mein bester Freund hat eine Galerie mit Dachterrasse und super Ausblick in München“. Dass es sich bei der sogenannten Galerie um eine 1-Zimmerwohnung mit Schlafnische, französischem Balkon und fragwürdigem Ausblick handelt und für seinen besten Freund selbst Schule ein Fremdwort ist, erwähne ich hier nur beiläufig.

Ich finde es fast wunderbar, wie Männer versuchen Frauen zu beeindrucken. Sie wirken manchmal fast verzweifelter als Frauen, die auf der Tanzfläche Gloria Gaynor’s „I will survive“ lautstark zum Besten geben. Dabei haben diese meistens in der einen Hand einen Prosecco (Champagner ist im Budget nicht drin), an der anderen Hand die ständig vergebene beste Freundin. Diese, sucht nach 2-jähriger Beziehung, auch mal wieder die Bewunderung, obwohl sie selbst chronisch langweilig ist. Es stellt sich die Frage, wer in dem Fall Mitleidserregender ist? Ich tendiere zur zweiten Gattung, dazu aber im nächsten Blog mehr.

Zurück zum Wesentlichen: Als Single hat man ja oft die Qual der Wahl. Ich denke es gibt 5 Typen Mann, die zum Singlezeitpunkt ständig um einen herumschwirren:

Typ 1: Der gutaussehende Freund.Fast schon der beste Freund. In meinem Fall ein lieber, charmanter Typ, der mich fast täglich anruft. Unter anderen Umständen würde man sagen, man liegt total auf einer Wellenlänge und wäre wie für einander geschaffen. Wäre da nicht der eine Punkt: Man findet sich gegenseitig einfach total 'unerotisch' und im Hinterkopf schwirrt ständig der Satz: Never f*** the company! Schade eigentlich. Kürzlich hatten wir das Thema ein wenig bei einem unserer letzten Telefonate: A: "B, ich ruf Dich morgen nochmal an." B: "A, Du brauchst mich nicht jeden Tag anrufen, dass ist zu viel Commitment ." A: "Stimmt ja! Du bist ja eigentlich genau meine Zielgruppe, so vom Typ."B: "Das wär dann aber irgendwie Inzucht." Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!Das eigentliche Problem ist dann aber wieder, dass man ihm dennoch keine seiner Frauen gönnt. Also gönnen ist übertrieben, aber man hat dennoch immer einen bösen Blick drauf, wenn er mit einer neuen Flamme antanzt und das passiert nicht selten. Vielleicht ist das der angeborene Mutterinstinkt - wir wünschen uns für ihn einfach nur die beste Frau der Welt.

Typ 2: Der Zug-ist abgefahren-Mann
Dieser sieht nur halb so gut aus wie Typ 1, dennoch eigentlich grundsympathisch und auch TOTAL nett. Nett, genau. So richtig nett und auch solide, ein wahrer Heiratskandidat. Und als könnte es nicht noch besser laufen, er vergöttert einen regelrecht. GRANDIOS. Wirklich grandios, wenn man auf ihn stehen würde. Aber leider hat er sich nach dem zweiten Knutschen dismissed. Denn danach rannte er einem den gaaaanzen lieben Abend hinterher. Grandios, die Zweite!

Halten wir fest: Wir haben also Typ 2, den netten, grundsoliden, gut gebildeten Mann, der alles für einen tun würde. Irgendwie langweilig, aber zum Ego aufpolieren, kontaktieren wir ihn doch immer wieder gerne. Nur leider verliert er nach 2 Wochen den Reiz und wird auch nicht interessanter, dass er die Tour jedes Mal wieder mitmacht... egal wie oft, man sich danach nicht meldet. Ist fast schon irgendwie weiblich, macht ihn fast zur Sissi.

Typ 3: Der bellende-Hunde-beißen-nicht-Mann
Der noch-besser-aussehende-als-Typ-1 Mann, den man irgendwann mal durch Freunde kennenlernte und unbedingt, aber wirklich unbedingt mal mindestens knutschen wollte. Er sah ja schon so großartig aus und war dann noch super lässig. Damals hätte man schon wissen sollen: Große Klappe, nix dahinter. Also Typ 3:
Man trifft ihn durch Zufall Jahre später wieder, trinkt ein, zwei oder auch mehr Drinks und landet irgendwie bei ihm daheim. Soweit so praktisch, wäre er betrunken nicht schon der fast schlechteste Küsser der Welt. Verdammt, denkt man sich, wirklich schade um den hübschen Mann. An der Stelle vergeht mir dann irgendwie das Interesse an mehr, fies irgendwie… aber ich kann mir nicht helfen. Und für schlechten Sex bin ich einfach zu alt. Man erfindet dann also eine schlechte Ausrede um sich aus dem Staub zu machen und hat bis zu dem Zeitpunkt noch ein ganz gutes Bild von Typ 3 im Kopf. Vielleicht kann er betrunken einfach nicht knutschen, vielleicht ist man selber Schuld. Doch dann das UNFASSBARE: „Willst Du nicht noch ein wenig bleiben? Jedenfalls so lange bis ich eingeschlafen bin?“ Äh nein?!? Was bitte denkt Typ 3 sich dabei? Wie schnell kann ich von Maybe-Loser zum komplett armseligen Verlierer absteigen? Manche Frauen stehen vielleicht auf solche Männer, ich leider nicht. Dennoch, mit Typ 3 kann man immer wieder mal was trinken gehen und romantische Dates umgehen, indem man seine beste Freundin mitbringt (hat hervorragend funktioniert und seitdem gab es keine Date-Anfragen mehr).

Typ 4: Mr. Big.
Mr. Big passt wirklich hervorragend zu einem. Man liegt definitiv auf einer Wellenlänge. Mr. Big ist natürlich der Aufreißer schlechthin, klar, darauf stehen Frauen ja irgendwie. Durch einen wirklich dummen Zufall verliebt man sich, natürlich nicht einseitig und die Dingen nehmen ihren Lauf. Im konkreten Fall begeht diesmal nicht Mr. Big den Fehler. Mr. Big, natürlich tief gekränkt, zieht die Konsequenzen und verschwindet. Warum die Vorgeschichte? Nun, Frau kann das natürlich nicht verstehen, akzeptiert es dennoch. Vergleicht aber nun jeden, wirklich jeden potentiellen Lebenspartner mit Mr. Big. Dumm irgendwie, aber geht nicht anders.

Typ 5: Mr. Right
Mr. Right taucht irgendwann auf und stellt dann auch Mr. Big in den Schatten. Haben wir Mr. Right in unser Herz geschlossen, können wir endlich auch Typ 1, seine zahlreichen Affären gönnen und schließen auch die nette kleine mädchenhafte Marie ins Herz. Wir schreiben aus Verzweiflung und Egoliebe nicht mehr Typ 2, sondern löschen ihn endgültig aus unseren Facebook Kontakten. Wir bitten Typ 3 um ein Date und nehmen statt der besten Freundin nun Mr. Right mit.

Und zum Schluß:
Wir gehen mit Mr. Right in die Bar, in der wir Mr. Big kennengelernt haben, in der Hoffnung, dass er da ist und uns doch noch vergibt.

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