Mittwoch, 23. Januar 2013

Der Napoleon Komplex



"Der Begriff Napoleon-Komplex wurde von dem Psychologen Alfred Adler geprägt und bezeichnet das Verhalten, eine kleinere Körpergröße durch von außen sichtbare Erfolge und Statussymbole zu kompensieren."

Wenn eine Definition stimmt, dann die obige. Kleine Männer sind mir suspekt, gar unheimlich, aber vielleicht definieren wir zuerst einmal klein:

Für mich heißt klein alles unter 1,80 m. Mittel bis normal ist die Range bis 1,85 m, ab da haben die Männer eine vernünftige Größe. Und ich stehe dazu, ich könnte nie mit einem kleinen Mann zusammen sein. Ein Grund warum ich Abends hohe Schuhe trage, ist die Tatsache, dass mir ein Mann der kleiner als ich+Absatz bin, mir nicht nach Hause kommt. Ergänzend ist hinzuzufügen, dass ich ohne Schuhe 1,77 m bin. Eine Freundin von mir sagt sogar, Männer unter 1,90 m sind eigentlich Mädchen. DAS ist allerdings schon ein bissl hart.

Nun gut, zurück zu den Hobbits, wie ich sie liebevoll nenne. Ich darf das aber auch, denn auch ich musste mich für meine Größe rechtfertigen. Vor ein paar Wochen sprach mich jemand an und fragte mit gezückter Visitenkarte ob ich über 1,80 m bin. Als ich das verneinte, schaute er mich an, grinste und ging wieder. Das ich natürlich weder die Visitenkarte lesen konnte, noch die Möglichkeit hatte nachzufragen wieso, erklärt sich von selbst. Noch heute verfolgt mich dieses traumatische Erlebnis: was stand bloß auf der Karte? Ich habe schon viele Möglichkeiten in Betracht gezogen, hier meine Top 3:

1. Witzfigur für asiatischen Freizeitpark (gut bezahlt natürlich)
2. Extrem dämlich Anmache
3. Domina


In Hinblick auf Optik des Visitenkartenbesitzers tendiere ich leider ganz stark zu Punkt 2. Wie tragisch, wenn man überlegt, was für eine Karriere mir hätte blühen können in Asien. Tagtäglich im lässigen Outfit mit böser Miene auf Touristenbildern zu sein und dazu maßgeschneiderte Kleidung für 2,50 tragen. Und wenn es doch mal langweilig geworden wäre, hätte ich von oben einfach ein paar Gören das Eis geklaut. Traumjob verpasst!

Aber nun zurück zu den kleinen Männern:

Ich arbeite beruflich sehr viel mit Männern zusammen und es ist tatsächlich so, dass die schlimmsten davon Zwerge sind. Je kleiner, je furchtbarer, je anstrengender, je unsympathischer und vor allem: Je unfreundlicher zu Frauen, die größer sind… diese kleinen Napoleon-Biester. Und wenn nicht unfreundlich, dann unter Garantie schmierig. 

Selbst wenn Unterlagen abgestimmt, Verhandlungen geführt wurden und alles paletti ist….dem kleinen Terrier aus der Nachbarabteilung fällt immer etwas Neues ein. Diese Ansichten können natürlich wieder revidiert werden, damit dann doch Ruhe im Karton ist…aber erstmal Attacke und Aufmerksamkeit erregen um später weinend zu Mutti zu laufen. Und im Anschluss steigen sie dann in ihren großen Oberklassewagen, den es für sie nur in der Automatikvariante gibt. Warum? Zwei Pedale - sprich Gas und Bremse - sind einfacher als noch eine Kupplung dazu. Wird ja auch schwierig mit den kurzen Beinchen. Ich bin gemein, aber es ist doch so.

Mir hat mal jemand einen halben Abend erzählt wie oberflächlich ich wäre, das ich alleine enden würde und das ich das Letzte sei. Oberflächlich, weil er (ungelogen) 1,65 m war und ich zu ihm sagte, er wäre mir halt einfach zu klein. Ich hätte auch sagen können: Deine Visage passt mir null und auf betrunkene asoziale alte Säcke stehe ich nicht. Für mich erschien die 1,65 m Variante definitiv charmanter und netter. Pustekuchen! Wie man es macht, ist es verkehrt.

Mein Lieblingszwerg war immer Sarkozy mit Carla Bruni. Was für ein Paar! Ein machtgeiler Gartenzwerg und ein schönes alterndes Botox Model, welches irgendwie noch die Publicity Kurve bekommen musste. Und Silvio Berlusconi ist mit seinen 1,65 m doch selbsterklärend, oder?


Kleine Männer fallen auf, doch leider meistens negativ. Das mag ein Vorurteil sein, doch selbst Wikipedia glaubt daran. Und wenn Wikipedia das sagt, dann stimmt's doch auch, oder?
Ich jedenfalls werde demnächst mal meine L-Theorie einstellen.


In diesem Sinne

Short Short Man

PS: Wie groß ist Christian Wulff eigentlich?

Dienstag, 8. Januar 2013

Mr. Thinks-He's-Right and all his Friends

ist es tatsächlich so, dass beinahe alle Männer zur Gigantomanie neigen?

Das geht von ganz einfachen Dingen (hier liegen 2 m Schnee) bis hin zu „ich bleibe jetzt mindestens ein Jahr in New York“ (huch, zwischen 12 Monaten und 12 Wochen scheint es keinen Unterschied zu geben) über „mein bester Freund hat eine Galerie mit Dachterrasse und super Ausblick in München“. Dass es sich bei der sogenannten Galerie um eine 1-Zimmerwohnung mit Schlafnische, französischem Balkon und fragwürdigem Ausblick handelt und für seinen besten Freund selbst Schule ein Fremdwort ist, erwähne ich hier nur beiläufig.

Ich finde es fast wunderbar, wie Männer versuchen Frauen zu beeindrucken. Sie wirken manchmal fast verzweifelter als Frauen, die auf der Tanzfläche Gloria Gaynor’s „I will survive“ lautstark zum Besten geben. Dabei haben diese meistens in der einen Hand einen Prosecco (Champagner ist im Budget nicht drin), an der anderen Hand die ständig vergebene beste Freundin. Diese, sucht nach 2-jähriger Beziehung, auch mal wieder die Bewunderung, obwohl sie selbst chronisch langweilig ist. Es stellt sich die Frage, wer in dem Fall Mitleidserregender ist? Ich tendiere zur zweiten Gattung, dazu aber im nächsten Blog mehr.

Zurück zum Wesentlichen: Als Single hat man ja oft die Qual der Wahl. Ich denke es gibt 5 Typen Mann, die zum Singlezeitpunkt ständig um einen herumschwirren:

Typ 1: Der gutaussehende Freund.Fast schon der beste Freund. In meinem Fall ein lieber, charmanter Typ, der mich fast täglich anruft. Unter anderen Umständen würde man sagen, man liegt total auf einer Wellenlänge und wäre wie für einander geschaffen. Wäre da nicht der eine Punkt: Man findet sich gegenseitig einfach total 'unerotisch' und im Hinterkopf schwirrt ständig der Satz: Never f*** the company! Schade eigentlich. Kürzlich hatten wir das Thema ein wenig bei einem unserer letzten Telefonate: A: "B, ich ruf Dich morgen nochmal an." B: "A, Du brauchst mich nicht jeden Tag anrufen, dass ist zu viel Commitment ." A: "Stimmt ja! Du bist ja eigentlich genau meine Zielgruppe, so vom Typ."B: "Das wär dann aber irgendwie Inzucht." Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!Das eigentliche Problem ist dann aber wieder, dass man ihm dennoch keine seiner Frauen gönnt. Also gönnen ist übertrieben, aber man hat dennoch immer einen bösen Blick drauf, wenn er mit einer neuen Flamme antanzt und das passiert nicht selten. Vielleicht ist das der angeborene Mutterinstinkt - wir wünschen uns für ihn einfach nur die beste Frau der Welt.

Typ 2: Der Zug-ist abgefahren-Mann
Dieser sieht nur halb so gut aus wie Typ 1, dennoch eigentlich grundsympathisch und auch TOTAL nett. Nett, genau. So richtig nett und auch solide, ein wahrer Heiratskandidat. Und als könnte es nicht noch besser laufen, er vergöttert einen regelrecht. GRANDIOS. Wirklich grandios, wenn man auf ihn stehen würde. Aber leider hat er sich nach dem zweiten Knutschen dismissed. Denn danach rannte er einem den gaaaanzen lieben Abend hinterher. Grandios, die Zweite!

Halten wir fest: Wir haben also Typ 2, den netten, grundsoliden, gut gebildeten Mann, der alles für einen tun würde. Irgendwie langweilig, aber zum Ego aufpolieren, kontaktieren wir ihn doch immer wieder gerne. Nur leider verliert er nach 2 Wochen den Reiz und wird auch nicht interessanter, dass er die Tour jedes Mal wieder mitmacht... egal wie oft, man sich danach nicht meldet. Ist fast schon irgendwie weiblich, macht ihn fast zur Sissi.

Typ 3: Der bellende-Hunde-beißen-nicht-Mann
Der noch-besser-aussehende-als-Typ-1 Mann, den man irgendwann mal durch Freunde kennenlernte und unbedingt, aber wirklich unbedingt mal mindestens knutschen wollte. Er sah ja schon so großartig aus und war dann noch super lässig. Damals hätte man schon wissen sollen: Große Klappe, nix dahinter. Also Typ 3:
Man trifft ihn durch Zufall Jahre später wieder, trinkt ein, zwei oder auch mehr Drinks und landet irgendwie bei ihm daheim. Soweit so praktisch, wäre er betrunken nicht schon der fast schlechteste Küsser der Welt. Verdammt, denkt man sich, wirklich schade um den hübschen Mann. An der Stelle vergeht mir dann irgendwie das Interesse an mehr, fies irgendwie… aber ich kann mir nicht helfen. Und für schlechten Sex bin ich einfach zu alt. Man erfindet dann also eine schlechte Ausrede um sich aus dem Staub zu machen und hat bis zu dem Zeitpunkt noch ein ganz gutes Bild von Typ 3 im Kopf. Vielleicht kann er betrunken einfach nicht knutschen, vielleicht ist man selber Schuld. Doch dann das UNFASSBARE: „Willst Du nicht noch ein wenig bleiben? Jedenfalls so lange bis ich eingeschlafen bin?“ Äh nein?!? Was bitte denkt Typ 3 sich dabei? Wie schnell kann ich von Maybe-Loser zum komplett armseligen Verlierer absteigen? Manche Frauen stehen vielleicht auf solche Männer, ich leider nicht. Dennoch, mit Typ 3 kann man immer wieder mal was trinken gehen und romantische Dates umgehen, indem man seine beste Freundin mitbringt (hat hervorragend funktioniert und seitdem gab es keine Date-Anfragen mehr).

Typ 4: Mr. Big.
Mr. Big passt wirklich hervorragend zu einem. Man liegt definitiv auf einer Wellenlänge. Mr. Big ist natürlich der Aufreißer schlechthin, klar, darauf stehen Frauen ja irgendwie. Durch einen wirklich dummen Zufall verliebt man sich, natürlich nicht einseitig und die Dingen nehmen ihren Lauf. Im konkreten Fall begeht diesmal nicht Mr. Big den Fehler. Mr. Big, natürlich tief gekränkt, zieht die Konsequenzen und verschwindet. Warum die Vorgeschichte? Nun, Frau kann das natürlich nicht verstehen, akzeptiert es dennoch. Vergleicht aber nun jeden, wirklich jeden potentiellen Lebenspartner mit Mr. Big. Dumm irgendwie, aber geht nicht anders.

Typ 5: Mr. Right
Mr. Right taucht irgendwann auf und stellt dann auch Mr. Big in den Schatten. Haben wir Mr. Right in unser Herz geschlossen, können wir endlich auch Typ 1, seine zahlreichen Affären gönnen und schließen auch die nette kleine mädchenhafte Marie ins Herz. Wir schreiben aus Verzweiflung und Egoliebe nicht mehr Typ 2, sondern löschen ihn endgültig aus unseren Facebook Kontakten. Wir bitten Typ 3 um ein Date und nehmen statt der besten Freundin nun Mr. Right mit.

Und zum Schluß:
Wir gehen mit Mr. Right in die Bar, in der wir Mr. Big kennengelernt haben, in der Hoffnung, dass er da ist und uns doch noch vergibt.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Doppelt hält besser!


Meine Freundinnen sind einmalig - einmalig wunderbar, fabelhaft und sonderbar. Während die eine sich mit Hrn. Liebeskummer um die letzten Dominosteine streitet, versucht die andere ihre Dates so zu legen, dass beide sich nicht im selben Laden begegnen. Männern wäre dies wahrscheinlich zu aufwendig, aber Ms. Multitasking meistert die Situation gekonnt. 

Um die Zeit optimal zu nutzen und um sicherzugehen, dass man den Freitag Abend nicht alleine vor dem TV verbringt, hat Ms. Multitasking sich einfach mal beide Männer auf Freitag gelegt. Getreu dem Motto: Reißt der Strick, landet sie immer noch sehr weich auf Kissen Ligomat. Riiiiichtig, da wären wir wieder bei den Amateuren. Da Mr Ligomat aber scheinbar nicht in allen Bereichen Amateur ist, hat er dennoch Anspruch auf ein Date in einem Lokal, wo nicht Mr.. "eigentlich" zweite Wahl, aber definitiv verfügbar also Stammspieler" sein Trainingslager hat. Um die Kapazitäten somit optimal ausnutzen zu können, braucht Ms. Multitasking einen guten Plan, der wie folgt aussieht:

Man nehme einen Ligomaten, einen Stammspieler, zwei Lokale und einen Abend. Ligomat spielt gedanklich bei Ms. Multitasking schon Champions League. Allerdings neigt er dazu etwas umkommunikativ bzw. lahm zu sein. Unser lieber Stammspieler hingegen bezirzt Ms MT schon etwas länger und bevor der Ligomat in ihr Leben kam, hätte er gute Chancen auf einen Trikottausch gehabt. What a pity! 

Nun passiert folgendes: Nach genauer Abendplanung mit unserem bekannten Stammspieler, meldet sich das umkommunikative (und hier muss man wirklich mal deutlich werden) Ligomaten-Miststück. Durch einen kleinen Fehler einigt man sich natürlich auch auf den besagten Abend…. sehr k-l-u-k. Da Frauen ja aber bekanntlich Multitasking-fähig sind, bleibt nur eine Lösung: Da der liebe Ligomat ja absolute Prio 1 Wolke ist, soll er logischerweise den Abend beenden dürfen. Somit Date mit dem Stammspieler um 19 Uhr zum Abendessen, Anruf um ca. 21 Uhr von Freundin ääääh Schwester äääh Cousine:  Großmutter ist schlecht, muss ins Altersheim gefahren werden. Wie günstig, dass Ms MT vorher EXTRA ein Radler bestellt hat und nun noch Autofahren darf. Der Rest ihrer Familie ist natürlich hacken-kacken-dicht, da es eine Familienfeier gibt und Ms MT diese nur für das Date mit dem Stammspieler sausen lässt. Diese Ausrede hat erstens den Vorteil, dass man sich ohne schlechtes Gewissen aus dem Staub machen kann und zweitens dass das männliche Ego noch gestreichelt wird…. gääääähn. Nun weiter im Text: Kurze Verabschiedung, Uhr sagt 21:20. Date mit dem Ligomaten  22:00 Uhr. Für den Wechsel der Kleidung und Location sind somit noch 30 Minuten einkalkuliert. Ich empfehle, eine Bar drei Blöcke weiter zu wählen. Bar nebenan wäre billig und am anderen Ende der Stadt: Ja mei, so toll ist der Stammspieler dann auch nicht. Für die Wegbestreitung bleiben 10 Minuten.  

Mit den Details von beiden Dates belästige ich euch zu einem späteren Zeitpunkt, es geht hier schließlich nur um den Lerneffekt. Und der wäre? Zeitmanagement, liebe Ladies, ist das A und O!