Sonntag, 17. April 2011

Ein Schweineleben?

Ich möchte heute einmal über ein ernsteres Thema schreiben, welches mich sehr berührt. Es geht um die konventionelle Tierhaltung. 

Vielleicht mag jetzt der ein oder andere sagen, „warum schreibt sie über solche Themen“?
Richtig, es mag keinen Zusammenhang geben zu meinen bisherigen Beiträgen, aber dies ist ein Thema was mir wirklich sehr am Herzen liegt. 

Warum verurteile ich die Massentierhaltung?
Das hat mehrere Gründe, hier die für mich, wichtigsten:

Die Haltung der Tiere entspricht in keinem Falle der artgemäßen. Wie kann ein Tier sich wohlfühlen, in dem es auf engstem Raum mit mehreren Artgenossen zusammengehalten wird ohne sich richtig bewegen zu können, sich zurückzuziehen im Bedarfsfall und einfach seinen natürlichen Verhaltensschemen nachgehen zu können? Welches Recht nehmen wir uns heraus, Tieren so ein Leben zu geben? Das Leid, welches die Tiere ertragen müssen, ist unvorstellbar.

Unsere Gesundheit: Es ist bewiesen und auch kein Geheimnis, dass Tiere in der Massentierhaltung fast schon mit Antibiotika zugefüttert werden bzw. es tatsächlich werden. „Ist mir doch egal“, wird der ein oder andere sagen, allerdings sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass das für uns als Verbraucher negative Folgen haben kann. Oder möchtest Du resistent gegen Antibiotika sein??? Was ist mit dem Dioxinskandal? Hast Du nicht spätestens dann Bio-Eier gekauft? Warum gilt dieses Denken nur für Eier? Des Weiteren ist wissenschaftlich bewiesen, dass übermäßiger Fleischkonsum, wie er heute vorkommt, Übergewicht fördert und andere Zivilisationskrankheiten. Denk doch mal darüber nach und iss jedenfalls einmal weniger Fleisch und kaufe dafür eine bessere Qualität.

Nicht nur die Tiere leiden unter diesen Haltungsformen, nein auch unsere Umwelt bezahlt schon jetzt dafür. Ich nenne hier einfach mal ein paar Schlagwörter: Futtermais- und Gensoja-Monokulturen, saurer Regen, Abholzung der Regenwälder, veränderte Landnutzung, ozonschädliche Treibhausgase, Überdüngung von Böden und und und....

Ich denke dieses sind sehr wichtige Faktoren, warum sich jeder einmal Gedanken darüber machen sollte, woher sein Fleisch kommt und warum er eventuell Alternativen beziehen sollte. 

Da mein Blog zu 90 % Frauen anspricht, appelliere ich vor allem an euer Gewissen. Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit von euch fast nur Geflügelfleisch kauft. Und woher? Wahrscheinlich von Wiesenhof und Co.. Habt ihr euch schon einmal die Unternehmenspolitik dieser Firmen angeschaut? Ich als BWL’er könnte zufrieden sein, wenn es dabei nicht um lebendige Ware gehen würde. Diese Tiere leben ca. 33 Tage und das nicht, weil sie dann ein schönes Leben hatten. Nein, einfach aus dem Grunde, weil ihre Beine sonst unter der Last ihres viel zu schweren Körpers zerbrechen würden.
Ich möchte nicht näher auf die Umstände eingehen, denn das ich diese auf schärfste verurteile und gerade bei Wiesenhof die Tiere weder eine Wiese noch einen Hof jemals gesehen haben, sollte euch zu denken geben.

Lasst euch von Cornelia Poletto, Kerner und Co. nicht blenden. Ihre Doppelmoral ist für mich nicht nachvollziehbar. Auf der einen Seite predigen sie in ihren Kochshows, dass man Biohühner kaufen soll, anderseits lassen sie sich (wahrscheinlich aus reiner Profitgier) zu tollen Werbespots mit den absoluten Massentierhaltern Deutschlands ein.

Geht doch einfach mal auf einen Markt in eurer Nähe. Kauft Fleisch von Tieren, die draußen sein durften, wirklich artgerecht gehalten wurden und nicht eine lange Odysse im Schlachttransporter bis ans Ende der Republik hinter sich haben. Es muss noch nicht einmal Biofleisch sein. Statt 5 x die Woche Fleisch zu essen, verzichtet doch nur jedenfalls 1 x drauf. Bezahlt ein wenig mehr für eure Lebensmittel und kehrt zum Genuss zurück. Ihr werdet feststellen, vor allem Geflügelfleisch aus artgerechter Haltung ist viel geschmackvoller. Die Knochen sind kräftig und lassen sich nicht sofort zerbrechen. Den Tieren ging es bis zu ihrem Ableben einfach gut und sie hatten die Möglichkeit sich zu bewegen und haben nicht in ihren eigenen Fäkalien auf den Tod gewartet, der mehr Erlösung war als alles andere.

Ich selbst kaufe weniger Fleisch, dafür aber von Tieren, die noch Zeit bekamen zu wachsen und sich zu entwickeln. Ich gebe zu, ganz auf Fleisch zu verzichen würde mir sehr schwer fallen und ist für mich momentan keine Alternative. Auch nicht richtig, mögen nun die Kritiker sagen, aber ich tue das bestmögliche, dass es dem Tier, welches ich verzehre gut ging. Mein Fleisch kommt von einem Hofladen ausserhalb der Stadt, welcher immer auf dem Wochenmarkt ist. Die Familie bietet einen Tag des offenen Hofes an, zeigt was die Tiere an Futter bekommen (denn auch das ist SEHR wichtig) und verzichtet auf Antibiotika. Sie haben nur einen relativ kleinen Bestand, so wie es früher eben war. Als ich letzte Woche Putenfilet kaufen wollte, bekam ich die Antwort "Haben wir momentan leider nicht, da die Tiere noch Zeit brauchen." und das war für mich die einzig richtige Antwort.

In diesem Sinne, guten Appetit!

1 Kommentar:

  1. karl?...alles klar?...sentimentalitätsanfall? ich werde beim lammrücken am sonntag an dich denken ;-)

    http://zap74.blogspot.com/2011/04/42.html

    (regional-öko-eingekauft!)

    lg und ein schönes we
    sepp

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